Der hoffentlich letzte Umzug

Auf Grund ihrer Trunkenheit und dem ungewohnten Umgang mit mir, dem Musungu, war ich natürlich das Highlight für die Meute. Jeder wollte meine Hand schütteln, mich umarmen und mein Freund sein. Noch mehr Leute wollten endlich ein Getränk ausgegeben bekommen. Das Sortiment des Pubs begrenzte sich, wie immer, auf Maisbier, man kennt hier eh kaum etwas anderes. Ständig irgendeine Hand an mir, ständig einen Besoffenen am Ohr. Fremdsein ist eine Daueranstrengung!!!

Nachdem der Schauer nachgelassen hat, war der ganze Acker nicht nur noch völlig windschief, sondern auch noch durchnässt und matschig. Von den Teams waren sowieso nur noch vereinzelte Spieler anzutreffen, die die Abfahrt der anderen verpasst hatten. Die meisten Entscheidungsträger waren eh schon nach Hause gegangen oder in einem der Pubs hängen geblieben. Daher wurde das Turnier kurzerhand abgebrochen.

Ich hatte an dem ganzen mal wieder ne Menge Spass. Bis auf die Tatsache, das ich im Pub ständig angepöpelt wurde fand ichs super lustig, die ganze Unorganisiertheit und das Chaos mitzuerleben. Man darf die Dinge halt einfach nur nicht zu ernst bzw. persönlich nehmen, wenn man aus einem so strukturierten Land wie Deutschland kommt…

Am Freitag bin ich (hoffentlich) zum letzten Mal umgezogen. Diesmal allerdings zum Glück nicht mehr in eine völlig neue Umgebung und Familie, sondern wieder zu Clement, wo ich anfangs schonmal für gut drei Wochen war. Ich bin mega glücklich wieder hier zu sein, denn Clement war bislang nicht nur der lustigste und verständnisvollste Vater sondern im Prinzip auch der einzige, den ich hier hatte. Und mit der Zeit werden die sambischen Muttis doch sehr sehr anstrenged, wobei das hier auf Mutti Gertrude (ja, die heißt wirklich so) eigentlich nicht zutrifft.

Zudem lebe ich mitten in der Stadt, was eigentlich mit Schal Basler Fashion perfekt wäre, wenn ich dadurch nicht noch weiter von weg von meinem Arbeitsplatz gezogen wäre. Jetzt brauche ich gut eine Stunde morgens um überhaupt mal auf die Arbeit zu kommen. Bei 7:30 Uhr Unterrichtsbeginn kann das ganz schön früh werden. Aber ich habe ziemliches Glück und muss nur selten zur ersten Stunde da sein…

Meine Arbeit macht hier auch richtig Spaß. Ich unterrichte die fünfte bis siebte Klasse in Mahte und CTS (creativ technologie studies). Das erfordert durchaus ne wirklich gute Vorbereitung, da ich zwar mit dem Stoff keine Probleme habe, mir aber immer wieder neue Ideen einfallen lassen muss, wie ich den jeweiligen Stoff den gelangweilten Kindern auf englisch beibringen kann. Mit dem Lehrerkollegium komme ich auch super aus und wir haben ne Menge Spass in den Pausen bzw. beim täglichen Mittagessen. Natürlich Nshima.