Hongkong ist einfach der Hammer

Keine Hupkonzerte, der Verkehr ist unbeschreiblich aber geordnet. Alles blinkt und leuchtet, nachts fühlt man sich wie ein Kind, das zum ersten Mal auf dem Weihnachtsmarkt ist, man weiß gar nicht, wo man zuerst hinsehen möchte. Ich stand in Kowloon und schaute auf Hongkong Island, grinste debil vor mich hin und fiepte vor Freude und Staunen.

Anderntags fährt man mit der U-Bahn wenige Stationen und steht auf einem Berg, mitten in der Wildnis. Die kleinen, wackeligen Straßenbahnen sind zum lieb haben, wie ein kleiner Junge rannte ich die eng gewundene Treppe hinauf und freute mich, als ich vorne sitzen und hinausschauen konnte. Wir fühlten uns in den Hochhausschluchten so winzig klein und dann gingen wir um eine Ecke und standen im Künstlerviertel Soho. Gleich neben einem Klamottenladen ist ein Fischgeschäft, und es passt!

Nichts ist wirklich weit weg, man geht nur wenige Straßen weiter und mit einem mal offenbart sich eine ganz andere Welt. Die Welten sind nicht wirklich voneinander getrennt, sie gehen ineinander über, koexistieren wie ich es nirgendwo sonst erlebt habe. Edelboutiquen reihen sich aneinander und daneben in einer kleinen Gasse bekommt man gebratene Nudeln für drei Euro.

Nach einem Spaziergang steht man dann auf dem Victoria Peak und schaut auf ein Panorama hinab, das seinesgleichen sucht. Man muss sich nur umdrehen und steht im Urwald, riesige Farne, Palmen und diese unwirklich schönen, riesigen Pappel-Feigen unter denen schon Buddha seine Erleuchtung erlangte. Überhaupt, diese Natur!

Eine Stadt, von der Fläche und Einwohnern doppelt so groß wie Berlin mit seinem Hip Hop Klamotten . Aber da 80% von Hongkong unbebaute Natur ist, ist einerseits das städtische Leben auf engem Raum gedrängt, verdichtet, andererseits ist es von sattem Grün durchzogen und umhüllt. Immer wieder gibt es Orte, von denen man Ausblicke hat, die einem die Freudentränen in die Augen treiben.

Und kein Ausblick gleicht dem anderen. Es ist gleichgültig ob man Berge oder die See liebt, große Städte oder kleine Orte, ob man dichte Wälder oder weite Buschlandschaften liebt, Hafentreiben oder Parkruhe, Hochhausschluchten am Tag oder Skylines bei Nacht, edles oder künsterlisches, alternatives oder schickes, neues oder altes. Es ist egal ob man einen Hang hat zu traditioneller oder molekularer Küche, zu Fast Food oder Straßenbrätern. Hongkong hat alles, Hongkong ist alles, Hongkong befriedigt jedes Verlangen, Hongkong stillt jeden Hunger. Hongkong ist einfach der Hammer. Ich liebe diese Stadt. Das musste mal so gesagt werden.

Zunächst einmal vielen Dank für das regelmäßige Karten-Update – ein Feature, das nicht nur bei uns großen Anklang findet. Und die Berichte sind ebenso wie die Orte chronologisch, von den Städten, die wir nur gestreift haben (“was sonst noch war”), einmal abgesehen. Die lagen z.T auch vor der Jangtse-Bootsfahrt.