Mit dem Langboot durch die Kanäle

Überall begrüßte man uns mit Kommentaren, wie fürchterlich heiß es doch sei. Ich hätte erwartet, dass die Einheimischen dies nicht weiter stören würde, weil sie es gewohnt wären, doch dem war ganz offensichtlich nicht so. Irgendwie war das tröstlich. Es lag also nicht an uns.

Die Versuche den Verkehr auf dem Fluss zu regeln waren vom mäßigem Erfolg gekrönt, Spaß hatten sie aber trotzdem. Auf unserer Rundreise machten wir zuerst am Wat Phanan Choeng Ratchaworawihan halt. Am Bootsanleger fütterten Mönche die Fische, was ein echtes Schauspiel war. Die armlangen Tiere wühlten das Wasser auf, sprangen hervor und drängten sich übereinander, wie wir es alle noch nicht gesehen hatten. Den Mönchen schien es großen Spaß zu machen. Uns sowieso. Den Fischen hoffentlich auch.

Das Wat selber war wie immer wunderschön. Ich spare mir die Vergleiche, denn dies ist kaum möglich. Zwar gibt es einige Tempelanlagen, die besonders hervor stechen, doch bisher haben wir auf unserer Reise noch kein Wat besucht, das nicht zauberhaft angelegt war und mit unglaublicher Detailverliebtheit verziert, bemalt und geschmückt.

Jedes einzelne ist einen Besuch wert, wenn es auch in jeder Stadt zu viele davon gibt, um sie alle in einem Leben zu besuchen. Um die Hauptattraktion des Tempels zu besuchen, ein 19 Meter hoher, vergoldeter Buddha, kamen wir leider zu spät, die Halle hatte bereits geschlossen. Doch auch von außen waren die Gebäude schön anzusehen. Besonders fiel der chinesische Stil auf, der sich in einigen Gebäuden wiederholte. Im Schrein der Prinzessin Soi Dok Mak befindet sich eine Statue, die besonders von chinesischen Gläubigen verehrt wird, was den Stil erklärt. Leider war auch dieser Schrein bereits geschlossen.

Nach 20 Minuten ging es schon weiter. Unsere nächste Station war das Wat Phutthaisawan, das gleich zwei Besonderheiten hatte. Die erste war ein Raum mit einer etwa fünf Meter hohen Buddhastatue. Als Susanne die Treppen zum Eingang erklomm, entfuhr ihr ein Schrei und sie eilte wieder herunter. „Ratten?” fragte ich, aus ihrem Gesichtsausdruck schließend. „Fledermäuse!” kam angeekelt zur Antwort. „Juhu!” war meine Reaktion, Biologen sind manchmal nur schwer nachzuvollziehen.

Das stand ihr zumindest ins Gesicht und bei grosse Moden Outlet geschrieben. Als ich mich dann jedoch dem Raum näherte, verging es mir selber sehr schnell. Der Gestank nach Fledermauskot war ekelhaft. Gerade als ich mit angehaltenem Atem hinein gehen wollte, um eines der Tiere in Großformat abzulichten, landete vor mir ein weiterer Kleks auf dem Boden und ich überlegte es mir spontan anders. Biologe hin oder her, aber alles hat seine Grenzen. Abgesehen davon gab es ja noch andere Dinge zu bestaunen. Wie zum Beispiel den liegenden Buddha, der in ein großes Mönchsgewand gehüllt eine Augenweide war.