Reisen zum Mekong

Ein zehn Liter Eimer Wasser. Eisgekühlt. Mir entfuhr ein Schrei. Natürlich sehr zur Freude des Teenagers, der mir diese Abkühlung beschwert hatte. Ich habe keine Ahnung, wie sich manche auf dieses Fest vorbereiten, aber es muss generalstabsmäßig geplant sein. Dieses Wasser war eisig. Ich sah vor meinem geistigen Auge große Kühlhallen in denen sie tonnenweise

Eimer auf Schocktemperatur herunterkühlten um sie dann an die Heranwachsenden zu verteilen. Gerne waren auch gelbe, rote oder grüne Wasserfarben gesehen. Oder man schmierte den Leuten gleich direkt die farbige Paste ins Gesicht, bzw verpasste ihnen eine gute Ladung Talkum Puder.

Vientiane ist noch mal nasser als der Rest des Landes. Als wir in die Gegend um das Zentrum einbogen, klappte mir das Kinn herunter. Es ging nicht weiter. Alles dicht, keine Chance. In der Mitte der Autokorso bis zum Horizont, darum und dazwischen eine tanzende, singende und schreiende, sich gegenseitig duschende Menge. An einer Kreuzung versuchte ein halbes Dutzend Polizisten den Verkehr zu regeln. Guter Witz. Aber sie hatten Humor.

Zwar waren die Polizisten nicht ansatzweise so nass wie die Zivilisten die Pandora Schmuck Gold hatten, aber die Hosenbeine durchaus, was natürlich für die kleinen Kinder der größte Spaß von allen war, einmal einen Polizisten mit Wasser zu bespritzen. Ansonsten sahen sie es gelassen, lächelten wie alle anderen, wiegten sich wie alle anderen zur Musik und standen mitten in den verkeilten Autos und winkten jeden auf die Kreuzung, der meinte das Winken würde ihm gelten.

Im Zentrum, wo die Hostels und Gasthäuser, die Bars und Restaurants sich drängen, war natürlich die Hölle los. Das Wasser stand knöcheltief in den Straßen, ich staunte nicht schlecht als ich die Mönche sah, die in ihren safranfarbenen Gewändern vor ihrem Wat standen und die Eimer bereit hielten.

Als ich in meinem Gasthaus ankam, erkannte mich der Mitarbeiter wieder, wünschte mir ein frohes neues Jahr und gab mir mein altes Zimmer. Vom Balkon aus sah ich auf die Promenade, gönnte mir eine kurze Verschnaufpause und stürzte mich dann wieder hinein. Die Kamera sicher in der Hand, eine dicke Plastiktüte darüber gestülpt, machte ich mich auf den Weg. Und hatte Glück.

Die Kinder hier waren weit weniger angriffslustig als in Vang Vieng. Die Erwachsenen hatten ohnehin nicht so einen Spaß daran gezielt die Taschen der Fremden zu bespritzen wie die Kinder. Ich drehte eine Runde um den Block, schoss Fotos und brachte dann meine Kamera ins Trockene, um mich ausgiebig selber in die Fluten zu stürzen.

Am Mekong gab es die „BeerLao Music Zone”, mit Live Musik und zwei großen Tankwagen, aus denen ununterbrochen die Menge beduscht wurde. Wenn sie sich nicht gerade mit Bier selber duschte. Jeder umarmte jeden, die Biere wurden einfach weiter gereicht, es wurde gemeinsam getanzt und gelacht.