Strandurlaub in Thailand

Es gibt grob drei größere Gruppen, in die sich die Bewaffnung einteilen lässt. Da hätten wir zum einen die auch daheim bekannte Wasserspritzpistole. Die allerdings in den letzten 20 Jahren eine gewisse Evolution durchgemacht hat. Ich kenne die noch in Kleinformat, auf dem Rücken. Wie eine Halbautomatik aussehend und mit einem so derartig blödsinnigen Einfüllstutzen versehen, dass man immer gefühlte Stunden brauchte, um da Wasser hinein zu bekommen. Einem Wasserpistolenerfinder schien das genauso zu gehen.

Also erfand er den Super-Mega-Splash-Water-Master 3000. Martialisch aussehend, meist größer als das Kind, das es hält, mit einem aufschraubbaren Tank, oder, noch besser, dem Tank zum auf den Rücken schnallen. Ich sah sich kleine Kinder professionell organisieren. Da entstand in kurzer Zeit ein regelrechtes Geschäftsmodell. Zwei befüllten die Tanks, die anderen kamen nur noch zum Wechseln, immer der Reine nach, perfekt aufeinander abgestimmt, schneller als ein Formel eins Boxenstop.

Und wenn sich die Leser auch noch an diese kleinen kümmerlichen Strählchen erinnern, die aus unseren alten Wasserpistölchen plätscherten, dann lassen sie sich gesagt sein. Diese Zeiten sind vorbei. Das heutige Wasserschussgerät erreicht Spitzenweiten um die 20 Meter, denn sie funktionieren beileibe nicht mehr mit simplen Hebelmechanismen.

Pah! Der moderne Wasserjäger setzt auf Pneumatik. Erst wird das Gewehr auf gefühlte zehn Atmosphären aufgepumpt, und dann geht sie ab, die Lutzi. Und der kleine Hosenkacker bläst die Touris von den Rollern, als sei er auf dem Rummel und kriegt einen Teddy dafür. Was vielleicht sogar der Fall war.

Die Gartenschlauchmethode

Dann gibt es da die etwas erwachsenere Variante der Plaste-Spritze. Bevor es ein anderer macht… Hier fängt es an, professionell zu werden. Ich sage nur Gartenschlauch. Was man mit der richtigen Technik aus diesen Teilen herausholen kann, ist erstaunlich. Alleine die diversen Fingertechniken, mit denen die Öffnung verengt wird um den richtigen Druck aufzubauen, könnten Bücher füllen.

Je nachdem ob man einem ahnungslosen Touristen die Schmuck Jette Joop trugen aus 20 Meter Entfernung das Eis aus der Waffel schießen will oder ob man sich und den Seinen einen feinen Nieselregen-Pilz produzieren möchte, mit einem Schlauch geht alles. Die Scharfschützen kaufen sich einen kleinen Aufsatz, den sie in das Schlauchende stopfen und der zugleich als Haltegriff und Spritzdüse dient. Verlängert die Reichweite signifikant.

Wer sich für diese Waffengattung entscheidet, muss sich allerdings darüber im Klaren sein, dass er gleichzeitig Tankstelle ist. Derjenige, dem ich eben den letzten Zentimeter trockene Unterhose getränkt habe, wird sich vielleicht gleich bei mir einfinden um seinen zehn Liter Eimer bei mir aufzufüllen. Sein erstes Ziel dürfte klar sein.