Wetterumschwünge und andere Naturphänomene

Plötzlich jedoch völlige Stille. Der Hund einer Thai, die neben uns saß, stellte das nervöse Herumrennen ein und zog sich unter einen Busch zurück. Es herrschte völlige Stille. Unweigerlich kamen Gedanken an die sprichwörtliche Ruhe vor dem Sturm auf. Tiere, so sagt man, haben einen sechsten Sinn für Wetterumschwünge oder andere Naturphänomene. Sicherlich auch für nahende Katastrophen. Uns wurde zunehmend unbehaglicher zu Mute.

Ungewissheit

Das Schlimmste an der Situation aber war die Ungewissheit, das gänzliche Fehlen jedweder Informationen. Was war passiert? Wo war es passiert? Womit war hier auf Phuket zu rechnen? Und wann? Wir versuchten mit dem Handy Kontakt in die Heimat aufzunehmen, um gesicherte Infos zu erhalten.

Doch das Netz war völlig überlastet und das Unterfangen damit zum Scheitern verurteilt. Allerdings schien ein Däne in unserer Nähe zumindest sporadischen Netzzugriff zu haben, also fragte ich ihn, ob er wisse, was denn eigentlich los sei. Freunde in Dänemark säßen vor dem Fernseher, schauten CNN und versorgten ihn mit Informationen, sofern es das Handynetz zulasse. Den Stand der Dinge schilderte er uns wie folgt:

Es habe ein Seebeben der Stärke 8,6 auf der Richterskala vor Malaysia gegeben, eine Flutwelle sei ausgelöst und bewege sich auf die Küste zu. Ob und falls ja in welcher Intensität sie Phuket erreichen mit meinen Passionata glamourous werde, sei nicht klar. Sollte sie uns erreichen, dann wohl gegen Viertel nach sechs. Jetzt war es vier.

Ich verarbeitete die Infos und fuhr zusammen. Malaysia liegt gleich um die Ecke und das Erdbeben, was 2004 den Tsunami auslöste, war mit einer Stärke von 9,1 nur unwesentlich stärker. Au Backe.

Kurz darauf gab uns der Däne ein Update. Das Beben sei nicht vor Malaysia sondern vor der indonesischen Insel Sumatra gewesen. Immerhin, etwas weiter weg aber dennoch zu nah für meinen Geschmack. Phuket liegt in der Andamanensee, die keinerlei natürlichen Schutz vor einer heranrollenden Flutwelle aus dem Süden bietet. Wir waren also weiterhin in Alarmbereitschaft, aber trotzdem zum hilflosen Ausharren verdammt.

Halb so wild?

Nach etwa einer Stunde gelang es mir, selbst einen Freund in der Heimat zu erreichen. Ich erklärte ihm die Lage und bat ihn, einmal im Internet den Stand der Dinge in Erfahrung zu bringen und uns ins Bild zu setzen. Einige Zeit später kam der ersehnte Rückruf.